Presseerklärung der Roten Hilfe Stuttgart
zum Prozeß gegen 7 Antifas in Böblingen
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Am kommenden Montag den 8. September beginnt vor dem Amtsgericht Böblingen ein
Prozeß gegen sieben Antifaschisten. Ihnen wird ein Angriff auf Teilnehmer einer
NPD-Veranstaltung im Februar 2007 zur Last gelegt. Die Rote Hilfe Stuttgart
ruft dazu auf, die Verhandlung kritisch zu beobachten und über die politischen
Hintergründe zu informieren.
Kommt alle zur Solidaritätskundgebung am Montag um 12.30 Uhr vor dem
Gerichtsgebäude!
Nachdem die NPD für den 16. Februar 2007 ein "Faschingskonzert" mit dem
rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke in Stuttgart angekündigt hatte,
mobilisierte ein antifaschistisches Bündnis zum Protest gegen die
Veranstaltung. Unter dem Deckmantel einer harmlosen Faschingsparty versuchte
die NPD einmal mehr ihre menschenverachtende Gesinnung zu verbreiten. Mit der
Aktion wollte sie offenbar ältere "Kameraden" und jugendliche Neonazis an einen
Tisch bringen.
Die Veranstaltung der NPD fand in der Stadiongaststätte des VfL Sindelfingen
statt, die von der Stadt Sindelfingen verpachtet wird. Als AntifaschistInnen
vor Ort ankamen wurden sie von einem massiven Polizeiaufgebot schikaniert und
daran gehindert, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen.
Es schien, als ob die Behörden für ein ungetrübtes braunes Faschingstreiben und
damit für direkte Unterstützung um den Aufbau der NPD im Raum
Sindelfingen/Böblingen sorgen wollten. Nicht nur dass sie über das als
Faschingsparty getarnte Nazikonzert im Vorfeld bestens informiert waren und
dieses als „private Feier“ verharmlosten - auch im Nachhinein sollte das rechte
Treiben und der Protest dagegen verschwiegen werden.
In einem Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 19.2.2007 hieß es dazu:
„Die Polizei und die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wollten die Vorkommnisse
gestern weder bestätigen noch dementieren. Nach den Informationen der StZ hatte
der verantwortliche Staatsanwalt bereits am Freitagabend angeordnet, dass die
Polizisten in Böblingen den Einsatz vom Wochenende nicht im Polizeibericht
erwähnen sollten.“ Die NPD bedankte sich denn auch artig auf ihrer regionalen
Homepage bei der Polizei für das „Reinigen der Stadt von Zecken und Pöbel“.
Frank Bach, Sprecher der Roten Hilfe Stuttgart, dazu: „Wir halten es für einen
politischen Skandal, dass die NPD zum wiederholten Mal eine Veranstaltung in
der Region quasi mit städtischer Förderung ungestört durchführen konnte!“
Die Verantwortlichen der Stadt Sindelfingen, des VfL Sindelfingen und der
örtlichen Polizeibehörden rechtfertigten hinterher ihre Taktik des Wegsehens
und Vertuschens. Zur Krönung der Provinzposse stehen nun auch noch ausgerechnet
einige der Menschen vor Gericht, die versucht hatten, gegen die Veranstaltung
der rassistischen Hetzer zu protestieren.
Im kommenden Jahr will die NPD in den Böblinger Kreisrat einziehen und verteilt
deshalb seit Monaten eine Hetzschrift in vieltausendfacher Auflage an Böblinger
Haushalte. Ein Indiz mehr dafür, dass Widerstand gegen die erstarkende
rechtsextreme Szene gerade auch hier in der Region dringend nötig ist! Ein
erster Schritt in diese Richtung wurde am 19. Juli getan. Damals demonstrierte
ein breites Bündnis mit mehreren Hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegen
die rechten Umtriebe in Sindelfingen.
Wir fordern die Einstellung aller Verfahren!
Antifaschismus ist notwendig und nicht kriminell!
Prozesstermine: 8. und 22. September jeweils ab 8.30 Uhr am Amtsgericht
Böblingen, Steinbeisstrasse 7, 11, 71034 Böblingen, im Saal 27
Kundgebung: 8. September um 12.30 Uhr vor dem Amtsgericht Böblingen
Kontakt und weitere Infos:
Rote Hilfe Ortsgruppe Stuttgart, c/o Infoladen, Burgstallstraße 54, 70199
Stuttgart
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